Bausteine des Lebens sind älter als die Sterne


Damit Leben entsteht, müssen sich Planeten im richtigen Abstand um einen geeigneten Stern bilden, und genug Baumaterial für Biochemie muss auch da sein. Woher stammt es?

Jan Osterkamp | Spektrum

Bevor komplexe chemische Reaktionen auf einem Planeten so etwas wie Leben hervorbringen können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. So sollte der Planet idealerweise ein Gesteinsplanet sein, der in einem geeigneten Abstand – innerhalb der »biohabitablen Zone« – um sein Zentralgestirn kreist, damit es nicht zu warm oder zu kalt für Biochemie ist. Der Planet sollte zudem schon einige wichtige chemische Bausteine mitbringen. Eines der wichtigsten von diesen ist Methanol, aus dem dann verschiedene andere Moleküle des Lebens wie Aminosäuren entstehen könne. Aber woher stammt Methanol in einem jungen Sonnensystem, in dem sich Planeten in der protoplanetaren Scheibe zu bilden beginnen? Ein Team von Astronomen beantwortet diese Frage nun mit einem astronomischen Ausschlussprinzip neu.

Die Wissenschaftler um Alice Booth von der Universität Leiden in den Niederlanden stellen ihre Idee im Magazin »Nature Astronomy« vor. Bekannt ist, dass Methanol in den tiefen Temperaturen des Alls vor allem an Staubpartikeln entsteht, wo Trockeneis aus CO2 und Wassermoleküle zusammenkommen: Durch eine Hydrierung des Kohlendioxids entsteht Methanol. Diese und weitere Biomoleküle wie Ameisensäure oder einfache Nitrile haben Astronomen bereits in kalten Materiewolken des Alls mit dem ALMA-Teleskop nachweisen können.

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