Schuster kritisiert „kirchliche Kreise“ wegen Umgang mit Israel: Vorschnelle Urteile und Vorurteile


Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, wünscht sich nach eigenen Worten „von einigen kirchlichen Kreisen“ mehr Sensibilität und Zurückhaltung im Umgang mit Israel.

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„Viele Urteile fallen zu schnell und mit zu wenig Sachkenntnis; stattdessen basieren sie auf Vorurteilen“, sagte Schuster in einem vorab aufgezeichneten und am Freitag ausgestrahlten Podiumsgespräch beim Ökumenischen Kirchentag (ÖKT). Viel zu häufig würden an Israel andere Maßstäbe angelegt als an andere Staaten.

Kirchen haben sich „gewandelt“

„Über Jahrhunderte wurde von den Kanzeln ein vehementer Judenhass verkündet“, sagte Schuster. „Dies gipfelte in der Kooperation der Kirchen mit dem Nationalsozialismus.“ Nach der Schoah hätten sich die beiden christlichen Kirchen deutlich davon distanziert und sich zu ihrer Schuld bekannt. „Heutzutage wird auch nicht länger die jüdische Religion abgewertet.“ Die Kirchen hätten sich „in dieser Hinsicht wirklich gewandelt“. Schuster fügte hinzu: „Mein Wunsch ist es aber, dass sich diese Veränderung auch bis auf die Gemeindeebene im kleinsten Dorf wiederfindet.“ Es sei wichtig, dass Geistliche vor Ort für Respekt werben und selbst Toleranz vorleben würden.

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