Wissenschaftsschranke im Urheberrecht dauerhaft entfristen!


Die Novelle des Urheberrechts in der Wissenschaft ist ein praxisfremdes Kuddelmuddel, das digitale Nutzung erschwert. Das muss sich ändern. Ein Gastbeitrag.

Theresia Bauer, Anna Christmann, Angela Dorn, Katharina Fegebank, Kai Gehring | DER TAGESSPIEGEL

Digital in der Bibliothek (Archivbild).Foto: imago/imagebroker

Die Corona-Pandemie hat in Bildung, Forschung und Lehre einen ordentlichen Digitalisierungsschub ausgelöst. Obgleich sich Forschende, Lehrende und Studierende die Rückkehr in die Hörsäle und Labore wünschen, wird die Wissenschaft nach der Pandemie viele Errungenschaften dieses Schubs weiter nutzen. Der alltägliche Umgang mit digitalen Tools und Medien ist im Wissenschaftssystem so selbstverständlich wie nie zuvor, für die Bundesregierung jedoch anscheinend noch immer das berühmt-berüchtigte „Neuland“.

Die Bundesregierung hat mit dem Entwurf für die Novelle des Urheberrechts ein unüberschaubares und praxisfremdes Kuddelmuddel an Regelungen für die vor allem digitale Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke in Bildung und Forschung vorgelegt, der zeitnah vom Bundestag beschlossen werden soll. Der Entwurf geht zurück in eine Zeit, in der Kopien gezählt, elektronische Seminarapparate überwacht und vor Gerichten Texte in einzelne Prozentpunkte unterteilt werden.

Den Rechteinhabern ist damit in aller Regel kaum geholfen. Der Schaden aber, der durch die Rechtsunsicherheit entsteht, ist enorm. Wir brauchen heute eine Idee von einem Urheberrecht, das das Internet im Wissenschaftsbereich nicht mehr als Neuland, sondern als Basis versteht. Der bisherige Entwurf läuft entgegen der Haltung der Wissenschaftsorganisationen und der parteiübergreifend getragenen Stellungnahme des Bundesrates zu dem Gesetzentwurf.

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