London ändert Richtlinien zu Abschiebehaft für EU-Bürger


Seit dem endgültigen EU-Austritt Großbritanniens sind Dutzende Bürger aus EU-Staaten nach ihrer Ankunft an Flughäfen des Landes abgewiesen worden. Vor ihrer Ausreise mussten sie oft noch mehrere Tage in Abschiebezentren verbringen.

Die Presse

„Nachdem die Personenfreizügigkeit nun beendet ist, können Menschen aus der EU Großbritannien zwar weiterhin besuchen, aber diejenigen, die zum Arbeiten oder Studieren kommen, müssen unsere Einreisebestimmungen befolgen“, betont das Innenministerium. REUTERS

Nach Berichten über Dutzende in Abschiebezentren teils tagelang festgesetzte EU-Bürger hat die Regierung in London ihre Richtlinien für den Umgang mit Einreisenden ohne gültige Visa geändert. Wie das britische Innenministerium am Samstag mitteilte, sollen Reisende ohne ausreichende Dokumente wenn möglich bis zu ihrer Ausreise zunächst unter Auflagen auf freien Fuß kommen.

Hintergrund für die Änderung sei die Coronavirus-Pandemie, hieß es. Durch die Einschränkung des Flugverkehrs und die Pflicht zur Vorlage eines negativen Corona-Tests in einigen Ländern sei eine unmittelbare Ausreise nicht immer möglich.

EU-Bürger nach Ankunft abgewiesen

Verschiedenen Medienberichten zufolge waren seit dem endgültigen EU-Austritt Großbritanniens Dutzende Bürger aus EU-Staaten nach ihrer Ankunft an Flughäfen des Landes abgewiesen worden. Vor ihrer Ausreise mussten sie jedoch teils mehrere Tage in Abschiebezentren verbringen. Den Berichten zufolge hatten die betroffenen EU-Bürger beispielsweise angegeben, für Au-pair-Tätigkeiten, Praktika oder Vorstellungsgespräche einreisen zu wollen.

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