Sie tötete ihren gewalttätigen Mann und wurde zur Heldin. Jetzt steht Valérie Bacot wegen Mordes vor Gericht


Der Fall von Valérie Bacot ging um die Welt. Nach Jahren der Tortur erschoss sie ihren Ehemann. Für ihren Mut erntete sie eine Welle der Solidarität. Kommenden Monat beginnt der Prozess. Ihre Unterstützer fordern die Begnadigung.

stern.de

Allein 2020 wurden in Frankreich 39 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet (Symbolbild)©cyano66 / Getty Images

Sie war 12 Jahre alt als das Martyrium begann. Es sollte fast drei Jahrzehnte andauern. 2016 griff Valérie Bacot schließlich zur Waffe und erschoss ihren Peiniger. Ihr Fall sorgte für ein gesellschaftliches Beben in Frankreich, und er wirft ein Schlaglicht auf den Umgang mit ehelicher Gewalt in dem Land. Jetzt muss sich die inzwischen 40-Jährige wegen Mordes vor Gericht verantworten. Ihre Unterstützer fordern die Begnadigung.

„Da war ein lautes Geräusch; der Blitz, der Geruch“, erzählte Bacot in einem Interview mit „Le Parisien“. „Ich stieg aus dem Auto, öffnete die Tür, er fiel. Ich dachte nur daran, mich zu retten, weil ich sicher war, dass er mich umbringen würde.“ Bacot hatte ihren Ehemann erschossen, der sie, so schildert es die 40-Jährige, über Jahre vergewaltigt, geschlagen, bedroht haben soll – sie zuletzt zur Prostitution gezwungen habe. An diesem Abend soll er sie zum Sex im Auto mit einem Freier genötigt haben, dabei durchs Fenster zugesehen haben. Danach griff sie zur Waffe. 

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