Ökumenischer Kirchentag Vereint im Glauben und in Skandalen


Der Ökumenische Kirchentag streitet über Missbrauch und die Benachteiligung von Frauen in der Kirche. Und Posaunen ertönten.

Benjamin Lassiwe | DER TAGESSPIEGEL

Volker Jung, Kirchenpräsident der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Radu Constantin Miron, griechisch-orthodoxer…Foto: dpa

Am Ufer des Mains ertönten die Posaunen, ein Chor sang. Plötzlich war sie doch noch da, die echte Kirchentagsstimmung: Mit einem auf der Weseler Werft in Frankfurt am Main gefeierten Fernsehgottesdienst ist am Sonntag der dritte Ökumenische Kirchentag zu Ende gegangen.

Zum Abschluss des vorwiegend im Internet durchgeführten Christentreffens gab es deutliche Appelle für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft, aber auch in den Kirchen. „Ich finde es ungerecht, dass persönliche Kontakte beschränkt werden, die großen Wirtschaftsunternehmen aber weitgehend geschont werden“, sagte die methodistische Pastorin Mareike Bloedt in der Abschlusspredigt.

Die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, Schwester Katharina Ganz, forderte dazu auf, die „einseitige männliche Herrschaft zu überwinden“. In den Kirchen müssten Überlebende von sexualisierter Gewalt in die Mitte gestellt werden. Zudem müsste Frauen der Zugang zu allen Ämtern und Diensten ermöglicht werden.

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