Pädagoge Brumlik: Legitime Kritik wird durch antisemitischen Tonfall delegitimiert


Die Eskalation im Nahen Osten führt auch in Deutschland seit Tagen zu Protesten und Ausschreitungen. Der Publizist und Pädagoge Micha Brumlik kritisierte im Dlf, dass zahlreiche Teilnehmende nur ein Ventil suchten, „um schieren Judenhass an den Tag zu legen“.

Micha Brumlik im Gespräch mit Manfred Götzke | Deutschlandfunk

Bei pro-palästinensischen Demonstrationen in Deutschland ist es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. (dpa/picture alliance/Fabian Sommer)

Tausende pro-palästinensische Demonstranten haben in mehreren deutschen Städten gegen Israels Vorgehen im Nahostkonflikt protestiert. Teilweise kam es zu Ausschreitungen. 

Der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik, Seniorprofessor am Selma Stern Zentrum für jüdische Studien Berlin-Brandenburg, meint, dass es vielen Teilnehmenden nicht darum geht, Solidarität mit bombardierten Palästinensern in Gaza zu zeigen, sondern, „dass sie ein Ventil suchen, um schieren Judenhass an den Tag zu legen.“ 

Brumlik: Judentum und Politik des Staats Israel werden gleichgesetzt

Einen Grund für den Judenhass erklärt Brumlik auch mit der Zuwanderung aus Syrien. Dort sei es offenbar über Jahrzehnte so gewesen, „dass Judentum und der Staat Israel miteinander – beziehungsweise, Judentum, der Staat Israel und die jeweiligen Politiken des Staates Israel pauschal gleichgesetzt worden sind.“

weiterlesen