Atombombentest schuf einzigartigen Quasikristall


Explosiver Ursprung: Die erste Explosion einer Atombombe im Juli 1945 hat ein einzigartiges Fundstück hinterlassen – einen winzigen Quasikristall. Seine Kristallstruktur ist weltweit einzigartig und ist abwechselnd fünf-, drei- und zweifach symmetrisch. Der Quasikristall entstand, als Hitze und Druck Sand und Kupferkabel des Testgeländes verschmelzen ließen. Er ist der älteste menschengemachte Quasikristall und der bislang einzige, der vorwiegend aus Silizium besteht.

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Dieses Stück Trinitit entstand am 16. Juli 1945 beim ersten US-Atombombentest. In ihm haben Forscher jetzt einen Quasikristall entdeckt. ©Luca Bindi und Paul J. Steinhardt

Quasikristalle sind faszinierende Ausreißer – sie galten lange sogar als „unmöglich“ und nicht existent. Anders als bei normalen Kristallen ist ihr Atomgitter nicht aus immer gleichen, sich periodisch wiederholenden symmetrischen Grundeinheiten zusammengesetzt. Stattdessen wechseln sich mehrere geometrische Grundformen ab. Aus der Natur sind bisher weniger als eine Handvoll solcher Quasikristalle bekannt, sie stammen alle aus Meteoriten. Aber auch im Labor wurden erst wenige Varianten dieser exotischen Minerale hergestellt.

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