Magnesium: Chemie auf den Kopf gestellt


„Unmögliche“ Oxidationsstufe: Chemikern ist es erstmals gelungen, das Erdalkalimetall Magnesium in die elementare Oxidationsstufe Null zu bringen. Statt wie sonst in Verbindungen zweifach positiv geladen zu sein, trägt das Element in der neu geschaffenen Komplexverbindung keine formale Ladung. Die drei Magnesiumatome im Zentrum dieses Moleküls sind damit gewissermaßen das kleinste Stück metallischen Magnesiums, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

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Das Erdalkalimetall Magnesium gibt bei chemischen Reaktionen normalerweise seine beiden Außenelektronen ab. ©Borka Kiss/ Getty images

Magnesium (Mg) ist ein Metall mit niedriger Elektronegativität: Es zieht Elektronen kaum an und verliert bei chemischen Reaktionen leicht seine beiden Außenelektronen. In Verbindung mit anderen Elementen kommt es in der Natur daher nur als positiv geladenes Mg2+-Kation vor. Nur in Kombination mit bestimmten organischen Molekülen kann man Magnesium zu einer Komplexbindung mit der Oxidationsstufe 1 bringen. Anders als bei anderen Metallen ist es aber nie gelungen, das Magnesium in die Oxidationsstufe Null zu bringen – also in eine Verbindung, in der das Atom ohne Ionenladung und elementar vorliegt.

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