Hamas: 14.000 Raketen – die Rolle Irans


Die Islamische Republik unterstützt die Hamas, politisch und beim Bau der Raketen und Drohnen. Doch erklärt das allein nicht den Israel-Gaza-Krieg

Thomas Pany | TELEPOLIS

„Palästinensische Journalisten beim Filmen der Zerstörung eines Gebäudes im Gazastreifen als Folge der israelischen Bombardierung.“ Bild: Osps7/ CC BY-SA 4.0

Die Rede vom komplizierten Nahen Osten kommt nicht von ungefähr. Wenig ist so einfach, wie es Kommentare und Diskussionsbeiträge haben wollen. So gibt es etwa die Frage, wie es kommen kann, dass die legendären israelischen Geheimdienste von dem enormen Raketenarsenal überrascht waren, das im gegenwärtigen Krieg als Novum herausgestellt wird.

Nahost-Kenner verweisen auf das Naheliegende, dass die israelischen Geheimdienste sehr wohl über das Raketen-Fähigkeiten der Hamas Bescheid wussten. Aber die israelische Führung war allem Anschein nach über die Wucht der Hamas-Reaktion auf die Ereignisse in Jerusalem überrascht. Anders gesagt, man war im Bilde, dass die Hamas rüstungstechnisch für einen Raketenangriff vorbereitet war, aber der Zeitpunkt überraschte.

Durch die innenpolitische Krise, die laufende Regierungsbildung, dazu Probleme, die es zwischen Netanjahu und dem Sicherheitsapparat gibt, war lief die Kommunikation nicht so direkt und reibungslos, wie es hätte sein sollen. Die Geheimdienstbriefings hatten durch die Unsicherheit darüber, wer die Regierungsverantwortung künftig haben wird, mit besonderen Schwierigkeiten zu tun.

Das große Feindbild Iran

Besondere Schwierigkeiten tun sich auch in der „Exit-Frage“ auf: Wie soll der Konflikt mit der Hamas geklärt werden?

Die letzten Jahre gab es keine offiziellen Verhandlungen zwischen der israelischen Regierung und der Hamas. Unter Netanjahu wurde das Thema auf die Seite gedrängt, bis auf Weiteres verschoben; man verließ sich auf die Fatah, auf den alten Abbas. Und setzte auf das große Feindbild Iran.

Das liefert auch gegenwärtig einen hauptsächlichen Teil der Erklärung für die militärischen Erfolge der Hamas und der mit ihnen verbündeten islamistischen Milizen aus. Schaut man sich etwa die Analysen von Seth J. Frantzman, einem Journalisten der Jerusalem Post, der sich mit Drohnen-Kriegen beschäftigt, oder des Raketenexperten Tal Inbar an, so wird dort betont, wie sehr Iran mit der technischen und strategischen Unterstützung der Hamas im gegenwärtigen Konflikt im Spiel ist.

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