Viele Umweltaktivisten beziehen sich gern auf Rousseau und dessen Zurück-zur-Natur-Philosophie. Doch damit lässt sich der Kampf gegen Klimawandel nicht gewinnen, meint Birgit Recki. Sie setzt dagegen auf Kant – und ein anderes Verständnis von Technik.
Birgit Recki im Gespräch mit Christoph Möller | Deutschlandfunk Kultur

In den aktuellen Debatten um Klimawandel und Umweltzerstörung erscheint der Mensch oft als „Störfall“. Mit seiner Technik betreibt er gnadenlosen Raubbau an der Natur und seine Gier und Wachstumsstreben zerstören die Grundlagen des Lebens. Und deshalb muss er wieder zurück: zum genügsamen, ressourcenschonenden Leben in Harmonie mit der Natur.
Eine derartige Argumentation findet die Philosophin Birgit Recki falsch, da hier Natur und Technik als Gegensatz begriffen werden. Denn die Natur sei eben nicht nur irgendwo da draußen, sondern genauso im Inneren unserer Häuser und Wohnungen, so argumentiert Recki, die über das Verhältnis von Natur und Technik gerade ein Buch mit dem Titel „Natur und Technik. Eine Komplikation“ veröffentlicht hat.