Mediziner zweifeln am Sinn von Kinder-Impfungen


Dass Kinder rasch gegen Corona geimpft werden sollen, gilt als Konsens. Doch unter Fachleuten wachsen Zweifel an der Strategie. Wäre es besser, die Impfdosen erst älteren Menschen in anderen Ländern zur Verfügung zu stellen?

Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Von medizinischer Seite wird vielfach der Eindruck erweckt, dass die Impfungen von Kindern unter 16 Jahren außer Zweifel stünde. Der Deutsche Ärztetag etwa hatte Anfang Mai beschlossen, die Bundesregierung „unverzüglich eine Impfstrategie für Kinder und Jugendliche zu entwickeln und vor Einsetzen des Winters 2021/22 umzusetzen“. Einerseits, um rechtzeitig die entsprechenden Impfdosen zu bestellen; andererseits um sicherzustellen, dass der Schul- und Kitabesuch nicht wieder durch Lockdowns beeinträchtigt wird.

Die Impfstoff-Hersteller bauen bereits vor. Moderna und Johnson & Johnson kündigten an, bis Herbst ihre Studien für einen Kinder-Jugendimpfstoff mit geringeren Impfstoffkonzentrationen abgeschlossen zu haben. Und auch Pfizer/Biontech arbeitet in Freiwilligenstudien seit März an einem Kinderimpfstoff, der ebenfalls bis Herbst oder Winter für Kinder von zwölf Jahren abwärts gedacht ist, bis zu sechs Monate alten Säuglingen. 

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