Deutschland erkennt Verbrechen an Herero und Nama als Völkermord an

Überlebende Herero nach der Flucht durch die Wüste (ca. 1907)

Die Bundesregierung wird die deutschen Kolonialverbrechen an den Herero und Nama in Namibia zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Völkermord anerkennen.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Das teilte Bundesaußenminister Maas in Berlin mit. Nach mehr als fünfjährigen Verhandlungen hätten Deutschland und Namibia eine Einigung über den gemeinsamen Umgang mit dem dunkelsten Kapitel der gemeinsamen Geschichte erzielt. Für die von Kolonialtruppen zwischen 1904 und 1908 begangenen Gräueltaten werde die Bundesregierung bei Namibia um Vergebung bitten. Teil der Vereinbarung ist ein deutsches Hilfsprogramm in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, das vor allem den besonders vom Völkermord betroffenen Gemeinschaften zugute kommen soll. Rechtliche Ansprüche auf Entschädigung ließen sich daraus indes nicht ableiten, betonte Maas.