Die Folgen des Aufstands der Herero und Nama

Überlebende Herero nach der Flucht durch die Wüste (ca. 1907)

Die Kolonialkriege ab 1904 im heutigen Namibia hatten gravierende Folgen. Zwei Volksgruppen, die Herero und die Nama, erhoben sich gegen die Kolonialherren – und zahlten einen furchtbaren Preis.

Peter Sturm | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Namibische Kriegsgefangene und ein deutscher Soldat auf einem undatierten Foto aus den Jahren 1904-1908 Bild: AFP

Kolonialkriege in dem Sinne, dass die Kolonialmächte gegen „unbotmäßige“ Einheimische kämpften, gab es viele. Aber nur selten hatten die Kämpfe derart gravierende Folgen wie die in den Jahren ab 1904 in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Zwei Volksgruppen in der Kolonie, die Herero und die Nama, erhoben sich gegen die Kolonialherren. Und beide zahlten einen furchtbaren Preis.

Sowohl die Herero als auch die Nama lebten von Viehzucht. Vieh braucht viel Wasser, was in einem Land, das nicht zu den wasserreichen gehört, schnell zum Problem werden kann. Dies wurde verschärft durch die Ansiedlung von Deutschen, die immer mehr Land und damit auch Wasserstellen für sich beanspruchten. Die Belange der Einheimischen interessierten die Siedler wenig. Eine solche Haltung war in allen Kolonien der damaligen Zeit verbreitet. Die Europäer hielten sich für die überlegene Rasse, die dazu ausersehen sei, den „Wilden“ die Zivilisation zu vermitteln. Letztere hatten sich aber auf alle Fälle den Anordnungen der Herren zu fügen.

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