Geflüchtete Syrer: Keine Duldung mehr in Dänemark


Dänemark entzieht einigen Syrern die Aufenthaltserlaubnis, weil die Regierung Teile des Landes als sicheres Rückkehrland eingestuft hat. Das trifft vor allem Frauen und Kinder – und könnte in der EU Schule machen.

Christian Blenker | tagesschau

Protestierende Syrer in Kopenhagen. Bild: tagesschau

Jeden Tag ziehen sie auf den Schlossplatz in Kopenhagen: Mit Klappstühlen und Plakaten demonstriert eine kleine Gruppe Syrier vor dem dänischen Parlament. „Stoppt die Abschiebung nach Syrien“, haben sie auf ein Transparent geschrieben. Denn die dänischen Behörden haben Teile Syriens als sicheres Rückkehrland eingestuft und damit begonnen, syrischen Geflüchteten die Aufenthaltsgenehmigung zu entziehen.

Auch Rasha Kairout hat einen Brief von der Einwanderungsbehörde bekommen. Die 38-Jährige lebt seit sechs Jahren mit ihren beiden Kindern in Dänemark. Nun soll sie gehen. „Mir wurde heiß, ich konnte nicht mehr schlafen. Ich habe Angst“, sagt sie. Neben ihr steht Bilal Mustafa. Auch er hat eine Mitteilung bekommen. Einst kam er als 13-Jähriger nach Dänemark. Dass nun insbesondere Frauen und Kinder das Land verlassen sollen, weil ihnen in Syrien kein Militärdienst drohe, entsetzt ihn. „Wenn sie Frauen zurück nach Syrien schicken, ist das sehr gefährlich, weil sie sie missbrauchen werden“, sagt er und meint damit die Streitkräfte: „Das syrische Militär ist nicht nur hinter mir her, sondern auch hinter den Frauen.“

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