Migrantenlager Eleonas: Ein neues Moria – mitten in Athen?


Um die griechischen Inseln zu entlasten, bringt die Regierung immer mehr Migranten auf das Festland. Viele stranden in Athen im Camp Eleonas – ein einstiges Vorzeigelager, das zu einem neuen überfüllten Hotspot anwächst.

Verena Schälter | tagesschau

Blick durch ein geöffnetes Tor des Eleonas-Flüchtlingscamps in Athen. Angie Saltampasi

In einem kleinen Industriegebiet, eine Viertelstunde Autofahrt vom Athener Stadtzentrum, befindet sich das Flüchtlingslager Eleonas. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern wartet, bis sich die schweren Eisentüren öffnen, dann verschwinden sie im Camp. Ein paar Meter vom Eingang entfernt steht ein junger Mann: Er heißt Ali und ist aus dem Iran nach Griechenland gekommen – zu Fuß, wie er erzählt, über Evros an der türkisch-griechischen Grenze nach Thessaloniki und von dort aus weiter nach Athen.

Seit vier Jahren lebt der 22-Jährige bereits in Eleonas. Das Camp sei eines der besten in Griechenland gewesen, erzählt er. Aber nun sei Situation schwieriger geworden. „Es ist wirklich voll und schmutzig“, erzählt Ali.

Außerdem komme es seit einiger Zeit immer wieder zu Diebstählen. Zwar gebe es einen Sicherheitsdienst, aber der würde häufig nicht kontrollieren, wer ein und aus gehe. „Es ist sehr kompliziert geworden“, sagt Ali.

weiterlesen