Dänischer Geheimdienst half NSA beim Ausspähen deutscher Politiker


Der US-Geheimdienst NSA hat laut Medienberichten beim Ausspähen deutscher Politiker Unterstützung aus Dänemark bekommen.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Das haben Geheimdienstquellen einem Team des Dänischen Rundfunks erklärt, das dazu gemeinsam mit europäischen Medien wie NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung recherchiert hat. Demnach halfen die Dänen, Bundeskanzlerin Merkel, den damaligen Außenminister Steinmeier und den früheren SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück auszuspionieren. Offenbar gewährten sie der NSA direkten Zugriff auf eine Abhörstation bei Kopenhagen. Die Bundesregierung erklärte auf Anfrage, dass sie von der Spionage aus Dänemark bis jetzt keine Kenntnis habe. Die dänische Regierung hingegen habe davon wohl spätestens seit 2015 gewusst, hieß es. Steinbrück sprach von einem politischen Skandal. Staaten brauchten funktionsfähige Nachrichtendienste, aber dieser Vorfall zeige, dass die Dienste doch ein ziemliches Eigenleben führten. Weder die NSA, noch der dänische Geheimdienst oder die Regierung in Kopenhagen wollten die Recherchen auf Anfrage kommentieren. Die Abhörpraxis der NSA war 2013 durch die Enthüllungen des Whistleblowers Snowden ans Licht gekommen.