Sprachenstreit in Frankreich flammt neu auf


Bretonen, Elsässer und Korsen wollen ihre Regionalsprachen fördern und gehen dafür vor Gericht und auf die Straßen

Stefan Brändle | DERSTANDARD

Überall in Frankreich – hier in der Bretagne – kämpfen die Bürgerinnen und Bürger für ihre regionalen Sprachen.Foto: AFP / Jean-François Monier

Der Junge heißt Fañch, er wohnt in der Bretagne und ist vier Jahre alt. So lange dauert auch der Streit um seinen Vornamen – oder präziser: um die Tilde auf dem „n“. Denn der französische Staat erachtet das Wellenzeichen als illegal.

Fañchs Eltern Lydia und Jean-Christophe Bernard merkten dies, als sie den Vornamen in ihrem bretonischen Wohnort Rosporden in den Geburtsschein eintragen wollten. Eine Tilde existiere nicht in der französischen Sprache, wurde ihnen deutlich gemacht.

Seither kämpfen die Bernards vor Gericht für ihr Recht. Sie sind nicht die Einzigen: Überall im Land setzen sich Bürger dafür ein, dass ihre Regionalsprache als offizielles Idiom zugelassen wird. Das gilt nicht nur für das Bretonische, sondern auch für das Elsässische, das Korsische, Okzitanische, Katalanische, Baskische, Fränkische oder Picardische – Letzteres durch die nordfranzösischen „Ch’tis“ bekannt.

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