Sektenstelle verzeichnet immer extremere und irrationalere Verschwörungstheorien


Die Behörden wollen mit einer Infokampagne gegensteuern. Die Ermittlungen rund um eine Corona-Leugner-Gruppe dauern an

Vanessa Gaigg | DERSTANDARD

V. l.: Manuel Scherscher (Initiative Gemeinsam.Sicher im Bundeskriminalamt), Innenminister Karl Nehammer (ÖVP), Kanzleramtsministerin Susanne Raab (ÖVP) und Ulrike Schiesser (Bundesstelle für Sektenfragen) im Rahmen einer Pressekonferenz am Montag. Foto: APA/Pfarrhofer

Er besucht Überlebenstrainingskurse, rechnet damit, dass das Wirtschaftssystem bald zusammenbrechen wird, und überlegt, sich eine Waffe zuzulegen. Mit diesen Schilderungen meldete sich in den vergangenen Monaten die verzweifelte Partnerin eines radikalisierten Mannes bei der Bundesstelle für Sektenfragen. Es ist ein Beispiel von vielen, das den Boom von Verschwörungstheorien seit der Corona-Pandemie verdeutlicht.

Seit März 2020 melden sich verstärkt Angehörige zum Thema Verschwörungstheorien bei der Beratungsstelle. Zumeist ist das Umfeld schockiert davon, wie rasch sich bei manchem Familienmitglied oder Freund ein Gesinnungswandel vollzogen hat, berichtete Ulrike Schiesser von der Bundesstelle für Sektenfragen am 31. Mai im Rahmen einer Pressekonferenz. So kämen die ins Verschwörungsmilieu abgedrifteten Personen eigentlich oft aus dem links-alternativen Milieu und teilten plötzlich rechtsradikale Inhalte in sozialen Medien. Insgesamt würden die Theorien nicht nur häufiger, sondern auch irrationaler und extremer.

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