Medien sollten über den Missbrauchs-Prozess gegen den australischen Kardinal George Pell nicht berichten, um Geschworene nicht zu beeinflussen – taten es aber doch. Das wird für einige Häuser sehr teuer. Betroffen sind auch große Medienkonzerne.

Einige der bekanntesten Medien Australiens sind wegen Verstoßes gegen das Berichterstattungsverbot über den Prozess gegen Kardinal George Pell zu Geldstrafen von insgesamt knapp 700.000 Euro verurteilt worden. Die Berichterstattung der Zeitungen, Websites und Radiosender sei „eine vorsätzliche Missachtung der Autorität des Gerichts“ gewesen, zitieren australische Medien aus dem am Freitag gefällten Urteil von Richter John Dixon.
Die härtesten Strafen erhielten demnach die Herausgeber der Tageszeitung „The Age“ mit umgerechnet 285.000 Euro und des Nachrichtenportals „News.com.au“ (253.000 Euro). „The Age“ gehört zur liberalen Fairfax Mediengruppe, während „News.com.au“ Teil des konservativen Medienimperiums der Murdoch-Familie ist.