Forschern ist es gelungen, den genetischen Code in Bakterien so umzuschreiben, dass sie Biomoleküle mit neuen Eigenschaften produzieren können
David Rennert | DERSTANDARD

Seit es Wissenschaftern im Jahr 2010 erstmals geglückt ist, ein aus künstlich hergestellten DNA-Bausteinen zusammengesetztes Genom in eine lebensfähige Zelle einzupflanzen, ist in der synthetischen Biologie viel passiert. Heute wird in Laboren weltweit daran gearbeitet, den genetischen Code in Mikroorganismen gezielt zu verändern, um neuartige Biomoleküle herzustellen, die etwa für die Medizin von Interesse sein könnten.
Dabei ist Forschern um Jason Chin vom Medical Research Council (MRC) Laboratory of Molecular Biology in Cambridge nun ein wichtiger Schritt gelungen: Sie haben Kolibakterien (Escherichia coli) mit völlig neuen Eigenschaften erzeugt. Die Mikroben verfügen über ein erweitertes Arsenal an Aminosäuren, die neue Möglichkeiten zur Herstellung synthetischer Moleküle bieten. Und nicht nur das: Die designten Bakterien sind auch gegen Virusinfektionen immun, wie die Wissenschafter im Fachblatt „Science“ berichten.