Leiden Tiere unter dem Christentum?


Tag für Tag werden in Deutschland rund zwei Millionen Landtiere getötet. Dass die meisten Menschen das nicht in Frage stellen, hat für die Theologin Simone Horstmann auch religiöse Gründe: Das Christentum habe Tiere für weitgehend bedeutungslos erklärt. Horstmann will das ändern.

Christian Röther | Deutschlandfunk

Tierethik im Christentum? Bisher beschäftigen sich nur wenige Theologen mit der Rolle von Tieren (www.imago-images.de)

Simone Horstmann ist katholische Theologin – und vertritt eher ungewöhnliche Positionen, wie zum Beispiel: „Das Christentum hat es zu verantworten, dass Tiere nahezu für bedeutungslos erklärt wurden.“

Sie engagiert sich in der Tierrechtsbewegung, und sie setzt sich auch theologisch mit Tieren auseinander – was in der Theologie oft nicht gut ankomme: „Ja, es ist die überwiegende Reaktion, dass tatsächlich gar nicht reagiert wird. Das ist ein sehr ungewohntes Thema. Ich kann mich erinnern, ich habe in Bochum meine erste Zeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin verbracht, einige Jahre, und hatte damals vorgeschlagen: Lasst uns doch mal ein Seminar zu Tierethik machen! Und habe dann einen entsprechenden Gegenwind erfahren. Weil man mir gleich sagte: Nein, Frau Horstmann, das Thema machen wir nicht. Das geht irgendwie nicht.“

Inzwischen ist Simone Horstmann Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Dortmund. Dort hat sie ihre Doktorarbeit über die Entwicklung der Ethik in der Moderne geschrieben. Ihr Interesse für Tiere hat sie schon als Kind entdeckt, sagt sie. Schon damals habe sie festgestellt, dass etwas nicht stimme im Verhältnis von Tieren und Menschen.

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