„Es reicht nicht, Verschwörungstheoretiker als Spinner abzutun“


Eine Studie befasst sich mit der Frage: Woher kommt der Glaube an solche Theorien und wie unterscheiden sie sich in verschiedenen Ländern?

Torsten Harmsen | Berliner Zeitung

Bill Gates ist eine zentrale Figur in den Verschwörungstheorien rund um die Corona-Pandemie. Hier ein Gates-Maskenträger auf einer Demonstration in London. AFP/Niklas Halle’n

Warum glauben Menschen an Verschwörungstheorien? Sind sie zu ungebildet, um komplexe Geschehnisse realistisch einordnen zu können, oder sind sie gar „verrückt“? Das fragten sich Forscher der Universität Münster. Ihrer Meinung nach ist es zu einfach, Verschwörungstheoretiker in Debatten als „Spinner“ abzutun und „Verschwörungsglaube zu einer Art Krankheit“ zu machen, wie sie schreiben. Sie wollten das Phänomen besser verstehen. In einer internationalen Studie haben sie verschiedene Faktoren erforscht, die den Glauben an Verschwörungstheorien begünstigen. Sie befragten unter anderem 4400 Menschen in Polen, Deutschland und Jordanien, um internationale Unterschiede zu erkennen.

Verschwörungstheorien sind nichts Neues. Sie folgen einem sehr alten Muster, sagt der Politikwissenschaftler Bernd Schlipphak. Immer gehe es um „eine geheime Gruppe an böswilligen Akteuren, die einen verborgenen Plan zur Erhaltung oder zum Ausbau der eigenen Macht verfolgen“, erklärt Schlipphak in einem Podcast zu den Untersuchungen , die er mit dem Psychologen Mitja Back im Rahmen des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Uni Münster durchgeführt hat.

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