Papst lehnt Rücktritt von Marx ab


Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Marx, abgelehnt. Das teilte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Brief mit, der vom Vatikan veröffentlicht wurde.

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Kardinal Marx bei einer Begegnung mit Papst Franz im Februar 2020 (AFP/Vatikan Media)

In einem dreiseitigen Brief räumt der Papst schwere Versäumnisse der katholischen Kirche ein und lobt Marx für seinen Umgang mit der Krise. Er forderte ihn auf, weiter im Amt als Erzbischof von München und Freising zu bleiben. Franziskus betonte, er teile Marx‘ Einschätzung der Lage, in der sich die katholische Kirche befinde. Man habe es mit einer Katastrophe zu tun: der traurigen Geschichte des sexuellen Missbrauchs und der Weise, wie die Kirche damit bis vor Kurzem umgegangen sei. Nötig sei eine Reform, die nicht in Worten bestehe. Man müsse sich der Krise stellen und die Realität annehmen.

Ende vergangener Woche hatte Marx dem Papst offiziell seinen Rücktritt angeboten. Als Begründung erklärte er, er wolle Mitverantwortung tragen für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten. Es habe viel persönliches Versagen und administrative Fehler in der Kirche gegeben. Diese befinde sich an einem „toten Punkt“ und benötige einen Wandel.