Apostel Czeslaw Kozon kritisiert Dänemarks neues Asylgesetz

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In Dänemark sollen Asylsuchende ab sofort in Drittländern betreut werden. Geflüchtete sollen nur noch in Ausnahmefällen aufgenommen werden. Für den Vorsitzenden der Nordischen Bischofskonferenz ist das ein Unding. 

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DOMRADIO.DE: Das neue Gesetz zur Unterbringung von Asylsuchenden in Dänemark soll die Migration auslagern. Selbst die Menschen, die in Dänemark eher Asylgesuch gestellt haben, sollen in ein Drittland gebracht werden und das Ergebnis da abwarten. Exzellenz, was haben die Dänen gegen Asylsuchende im eigenen Land? 

Bischof Czeslaw Kozon (Bischof der Diözese Kopenhagen und Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz): Im Allgemeinen sind die Dänen sehr freundlich und inkludieren. Nur gibt es seit einigen Jahren eine gewisse Angst vor Immigration, besonders aus islamischen Ländern. Man kann fast von einer Welle sprechen, sowohl in der Bevölkerung als auch quer durch das Parlament, sodass die jetzige, sehr strenge Immigrationspolitik sehr große Unterstützung findet. 

DOMRADIO.DE: Besonders Parteien von Rechtsaußen haben sich hinter das Gesetz gestellt. Droht Dänemark damit eine Art Rechtsruck? 

Kozon: Nein, glaube ich nicht. Das war es ja, dass die Sozialdemokratie die größte, linke Partei ja völlig hinter diesen strengen Maßnahmen steht und die auch weitgehend verschärft hat – im Vergleich mit der früheren Regierung, sodass eine allgemeine Einigkeit darüber besteht. Nur ganz kleine Parteien, aber darunter auch die Unterstützungs-Parteien der Regierung, sind sehr gegen diese strenge Maßnahmen. 

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