Das Rätsel vom Mama-Gehirn: Warum sind Mütter so vergesslich?


Schrumpfen die Gehirne von Frauen nach der Geburt? Gibt es einen Mutterinstinkt? Was Forscher Erstaunliches über Mütter herausfinden.

Anne Lena Mösken | Berliner Zeitung

Das „Mama-Gehirn“ (Illustration).Lucie Langston

Was bedeutet es, Mutter zu werden? Wenn es in Deutschland um diese Frage geht, wird über die Diskriminierung von Müttern in der Arbeitswelt diskutiert, über Vereinbarkeit und den Gender-Pay-Gap oder darüber, dass Frauen den größeren Anteil an Care-Arbeit übernehmen . Worum es nicht geht: Wie verändern sich Frauen eigentlich, wenn sie Mutter werden? Von der Forschung wurden Mütter lange vergessen, zu kompliziert, zu uninteressant. In den USA zumindest ändert sich das gerade. Die Amerikanerin Abigail Tucker, Wissenschaftsjournalistin und selbst Mutter von vier Kindern, hat sich auf die Suche nach den neuesten Erkenntnissen über Mütter gemacht und ein Buch geschrieben über die biologischen Phänomene, die sich vor allem im mütterlichen Gehirn abspielen. Wir erreichen Abigail Tucker via Zoom zu Hause in New Haven, Connecticut, nicht weit entfernt von der Yale University, wo sie für ihre Recherche viel Zeit verbrachte, weil dort eines der wenigen Labore weltweit liegt, das Mütter erforscht.

Es gibt dazu überraschende Studien – kleine Studien, das muss ich ergänzen. Es ist sehr schwer, Frauen zu finden, die Mütter werden wollen und Bilder von ihrem Gehirn machen lassen, und sie dann noch über Jahre zu begleiten, bis sie ihr Kind haben. Aber es gibt Forscher, die das geschafft haben. Sie konnten beobachten, dass diese Frauen bis zu 7 Prozent ihrer grauen Zellen (Anm. d. Redaktion: Das sind die Bereiche des Gehirns, in denen man massenhaft Nervenzellkörper findet. Sie befinden sich vor allem in der Hirnrinde.) verloren. Warum das so ist, weiß man noch nicht.

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