Warum wir eine Debatte über unabhängige Medien brauchen


Antworten auf Leserkommentare zum Telepolis-Artikel „Im Kriegsjournalismus“, den medialen Mainstream und nonkonformen Journalismus

Harald Neuber | TELEPOLIS

Bild: TP

Ein Artikel über einen Mehrfachaustritt aus dem Redaktionsbeirat das Online-Magazins Rubikon hatte in dieser Woche eine angeregte Debatte im Telepolis-Leserforum zur Folge. Die knapp 400 Kommentaren teilten sich rasch in zwei Lager auf: diejenigen, die der im Text geschilderten Kritik beipflichteten, und andere, die den Beitrag teils heftig kritisierten.

Medienkritik war von jeher ein wichtiges Thema für Telepolis. Wir führen die Diskussion daher hier mit Antworten auf ausgewählte Kommentare fort.

Ich hätte noch einen Vorschlag: Erwähnte Massenmails veröffentlichen -> Leak. Glenn Greenwald hat das mit dem Intercept auch getan als sie ihm an den Karren fahren wollten als er ausstieg. Hier sind es nicht einmal wie bei Greenwald Emails zwischen 1-2 Personen, wo sie einem der zwei Gründer und der mit Abstand bekanntesten Person des Projekts den Mund verbieten wollten vor der US-Wahl. Bei Gruppen ist es ganz normal, dass es irgendwelche Leaks gibt. Wir leben im digitalen Zeitalter.

Dann kann sich jeder selbst ein Bild machen. Transparenz nennt sich das.

kenny

Grundsätzlich wahren wir den Quellenschutz. Es geht bei dem hier kommentierten Beitrag zudem nicht darum, jemanden „an den Karren zu fahren“.

Dabei müssen zwei Ebenen auseinandergehalten werden: Erstens haben Mitglieder des Redaktionsbeirates von Rubikon entschieden, aus dem Gremium auszuscheiden. Dies und der Bekanntheitsgrad der vier Personen hat Telepolis bewogen, über den Vorgang zu berichten und die Hintergründe zu recherchieren. Wir haben dem Thema aus den oben genannten Gründen einen hinreichenden Nachrichtenwert beigemessen.

Die Publikation interner E-Mails würde keinen journalistischen Mehrwert darstellen und Persönlichkeitsrechte unnötig gefährden. Telepolis ist auch keine Enthüllungsplattform. Wir sehen daher von der vorgeschlagenen Veröffentlichung des Materials ab.

Zu den ehemaligen Beiratsmitgliedern heißt es im Text:

Spricht man über all dies mit ehemaligen Autoren und Unterstützern des alternativen Medienprojektes, ist deren Bedauern so offensichtlich wie die Intention, sich im Guten zu trennen. Daniela Dahn etwa mochte der kollektiven Erklärung der ehemaligen Beiräte nichts mehr hinzufügen, auch Jean Ziegler bat auf Telepolis-Nachfrage nicht weiter zitiert zu werden.

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