50 Jahre „Pentagon Papers“: Als die Lügen über Vietnam aufflogen


Jahrelang hatte die US-Regierung die Bürger über den Verlauf, die Ziele und die Opfer des Vietnamkriegs belogen. Bis vor 50 Jahren die „Pentagon Papers“ erschienen – und Präsident Nixon zum Toben brachten.

Julia Kastein | tagesschau

Richard Nixon. picture alliance/Associated PR

Ohne einen Fotokopierer – 1971 noch eine relativ neue Technologie – wäre dieser Skandal nur schwerlich publik geworden: Tausende Seiten eines streng geheimen Berichts aus dem US-Verteidigungsministerium hatte der „New York Times“-Reporter Neil Sheehan seiner Quelle abgeschwatzt. Doch er will sie nicht nur lesen – wie eigentlich ausgemacht – sondern eine Kopie behalten.

Das war gar nicht so einfach, wie er Jahrzehnte später in seiner Zeitung erzählt: Im ersten Laden sei der Kopierer kaputtgegangen. „Also haben wir einen anderen Typen gefunden. Der war mal bei der Marine gewesen und hatte einen kleinen Copy-Shop. Er wusste genug, um zu sehen: Hier geht es um wirklich hochgeheimes Material. Er bekam Angst. Und ich habe ihm gesagt: ‚Versteh ich, aber das ist nur eine Studie von ein paar Harvard-Professoren. Altes Zeug, von 1966, ’67, ’68. Kein Grund zur Sorge. Das ist längst freigegeben.'“

Ex-Pentagon-Berater packte aus

Sheehans Quelle war Daniel Ellsberg, ein ehemaliger Pentagon-Berater. Er wusste, dass die Regierung nicht die Wahrheit sagte über den Krieg in Vietnam – über den Verlauf, die Opfer und die eigenen Aktionen.

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