Anzahl der einsatzbereiten Atomwaffen steigt


Das Friedensforschungsinstitut Sipri warnt vor einer Trendwende. Zwar habe die Anzahl der Sprengköpfe weltweit abgenommen, aber die Atommächte modernisieren verbliebene Arsenale.

Süddeutsche Zeitung

Eine „Topol-M“-Rakete im Jahr 2015 bei einer Probe für die Siegesparade in Moskau. Die Atommächte arbeiten nach der Verringerung der Anzahl von Atomsprengköpfen an der Entwicklung neuer Kernwaffensysteme. (Foto: Sergei Ilnitsky/dpa)

Das Friedensforschungsinstitut Sipri hat eine beunruhigende Tendenz bei der Entwicklung der Atomwaffen ausgemacht. Insgesamt gehe die Gesamtzahl der atomaren Sprengköpfe weiter zurück, stellte das Institut mit Sitz in Stockholm in seinem am Montag veröffentlichten Jahresbericht fest. Aktuell seien jedoch mehr Atomwaffen einsatzbereit als noch vor einem Jahr. Die Verringerung einsetzbarer Sprengköpfe scheine ins Stocken geraten zu sein. Zugleich liefen umfassende und teure Programme zur Modernisierung.

Demnach besaßen die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea zu Beginn dieses Jahres insgesamt 13 080 atomare Sprengköpfe. Das sind 320 weniger als Anfang 2020 und weniger als ein Fünftel von dem, was die Atommächte zur Hochzeit des Kalten Kriegs Mitte der 1980er Jahre in ihren Arsenalen hatten.

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