Berauschend und rätselhaft: Fliegenpilze und ihr Vanadiumhunger


Analytische Chemiker in Graz entwickelten Methode zur genauen Konzentrationsbestimmung von Vanadium-Verbindungen

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Der Pilz mit dem weiß getüpfelten, roten Hut ist giftig und rätselhaft Foto: imago images/Westend61/Erich Kuchling

Warum Amanita muscaria eine Sonderstellung im Reich der Pilze einnimmt, ist wohl hauptsächlich seinem unverwechselbaren Äußeren zu verdanken. Der Fliegenpilz mit seinem roten, weiß getupften Schirm hat Kinderlieder, Sagen und Märchen inspiriert und hat es trotz seiner Giftigkeit sogar zum Glücksbringer gebracht – einige meinen, gerade wegen seiner Giftigkeit: Der Fliegenpilz schützt sich mit den Nervengiften Muscimol, Muskarin und Ibotensäure.

Diese Wirkstoffe können die Herztätigkeit verlangsamen, Schweißausbrüche, Schwindel und Gehstörungen verursachen. Außerdem können die Substanzen Sinnestäuschungen, Wutanfälle und Bewegungsdrang auslösen. Die Germanen sollen den berauschenden Pilz „Wotans Fleisch“ genannt und ihn zu den Feiern der Julzeit benutzt haben. Die Konzentration der Giftstoffe schwankt, was manchmal dazu führt, dass selbst kleine Stücke von dem Pilz gefährliche Auswirkungen haben können.

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