Historiker: Bei Missbrauch könnte es einen „pastoralen Tätertyp“ geben


Seit eineinhalb Jahren untersucht der Historiker Klaus Große Kracht sexuellen Missbrauch durch Vertreter der katholischen Kirche. Seine ersten Forschungsergebnisse legen jetzt nahe: Es könnte einen speziellen Tätertyp im kirchlichen Umfeld geben.

katholisch.de

Aus Sicht des Münsteraner Historikers Klaus Große Kracht könnte es einen speziellen Tätertyp von Priestern geben, die vor sexuellem Missbrauch gerade Jugendliche oft jahrelang spirituell missbrauchen. „Gerade das letzte Merkmal, die Kombination des Sexuellen mit dem spirituellen Missbrauch, macht diesen Tätertypus, wie ich meine, zu einem spezifisch kirchlich-religiösen, der sich vermutlich kaum in anderen gesellschaftlichen Bereichen auffinden lässt“, sagte Große Kracht dem „Deutschlandfunk“ am Sonntag. „Erst im Raum der Kirche und anderer religiöser Gemeinschaften findet er überhaupt einen sozialen Kontext für seine spezifische Anbahnungs-Strategie.“

Die Geistlichen nutzten demnach das Macht-Gefälle etwa in der Jugendarbeit der Gemeinden, um sich zunächst als seelische Ratgeber der Heranwachsenden unentbehrlich zu machen, um anschließend zum sexuellen Missbrauch überzugehen.

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