Die Wahrheit hinter dem Fall Franziska Giffey


Was der Entzug eines Doktortitels mit den prekären Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Nachwuchses zu tun hat.

Wolfgang Stieler | heise online

Ex-Familienministerin und jetzt Berliner Bürgermeisterkandidatin Franziska Giffey (SPD).(Bild: dpa, Christoph Soeder)

Die Freie Universität Berlin hat Franziska Giffey den Doktorgrad entzogen. Sind also Lug und Trug – der Versuch, sich mit Hilfe von Filz und Mauschelei einen Titel zu erschleichen, der eigentlich die „Befähigung eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit“ belegen sollte – erneut erfolgreich abgewehrt worden? Ist die neue Kerbe im Messergriff der Plagiatsjäger ein Sieg für die Integrität der Wissenschaft? Oder ist die Affäre Giffey, wie Kester Schlenz im Stern schreibt, nur ein weiterer Sieg der Korinthenkacker?

Ganz so einfach und geradlinig ist die Frage leider nicht zu beantworten. Wie vielschichtig das Problem ist, kann man schon alleine daran sehen, dass Deutschland eines der wenigen Länder ist, in denen der Doktorgrad in Pass und Personalausweis eingetragen werden. Die Grünen wollten die Eintragung des Doktorgrades in Pässe und Personalausweise 2013 abschaffen, um den Doktorgrad „von gesellschaftlichen Überhöhungen zu entlasten“, denn „zum Teil wird er wie eine Art bürgerlicher Adelstitel oder Namensbestandteil behandelt“.

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