Anonymität von Ak­ti­vis­t:in­nen: Innenminister gegen Fingerkleberei

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Ak­ti­vis­t:in­nen verkleben bei Protesten ihre Fingerkuppen, um nicht identifiziert zu werden. Die Innenminister wollen dagegen nun vorgehen.

Konrad Litschko | taz

Abgeklebte Fingerkuppen: Beliebtes Mittel, um die eigene Identität vor der Polizei zu schützen Foto: Boris Roessler/dpa

Anfang Juni erst rang die Polizei in Berlin mit mehreren dutzend Be­set­ze­r:in­nen einer Baustelle für die A100-Autobahn: Die Ak­ti­vis­t:in­nen hatten ihre Fingerkuppen mit Klebstoff verklebt, um nicht erkannt zu werden. Die Polizeibeamten fertigten schließlich Videoaufnahmen, um die Personen später zu identifizieren – und ließen sie nach Ende der Blockade gehen.

Die Praxis ist inzwischen geläufig bei linken Besetzungsaktionen, etwa bei den Ak­ti­vis­t:in­nen von „Ende Gelände“ in Tagebauen oder dem Protest im Dannenröder und Hambacher Forst. Fingerkuppen werden mit Sekundenkleber bestrichen oder mit Rasierklingen eingeritzt, damit die Polizei keine Fingerabdrücke nehmen kann. Ausweise bleiben zu Hause, teils werden noch Gesichter geschminkt.

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