Simulation: Zivilisationen könnten eine ganze Galaxie „rasch“ besiedeln


Unterstützt von der Bewegung der Sterne könnte sich eine abseits entstandene Zivilisation vergleichsweise rasch über eine Galaxie ausbreiten, meinen Forscher.

Martin Holland | heise online

Auch bei sehr konservativen Annahmen kann eine raumfahrende Zivilisation „schnell“ eine ganze Galaxie besiedeln und von einer Zivilisation des Typs II zu einer des Typs III auf der sogenannten Kardaschow-Skala werden. Das zeigt eine Simulation, die vier Astronomen nun vorgestellt haben und die verdeutlicht, warum solch eine Besiedlung sich im Laufe der Zeit vor allem auf die inneren Bereiche einer Galaxie konzentrieren dürfte. Die verantwortlichen Forscher sehen ihre Arbeit als Bestätigung dafür, dass Zentren von Galaxien bei der Suche nach außerirdischen Zivilisationen besonders lohnenswerte Ziele sind.

Für ihre Simulation haben die Astronomen um Jason Wright von der Penn State University einen hypothetischen Stern als Ausgangspunkt genommen, der in einer Spiralgalaxie ungefähr dort kreist, wo die Erde in der Milchstraße unterwegs ist. Für die Besiedlung von Nachbarsternen haben sie „konservative“ Annahmen gemacht, erklären sie in den Research Notes of the American Astronomical Society. Das heißt, Siedlerschiffe starten nicht öfter als einmal pro 100.000 Jahren, haben eine Geschwindigkeit von 10 Kilometern pro Sekunde und eine maximale Reichweite von 3 Parsec (etwa 10 Lichtjahre). Zum Vergleich, Voyager 1 ist mit 17 Kilometern pro Sekunde unterwegs und hat in 43 Jahren eine Strecke von 21 Lichtstunden zurückgelegt. Die Siedlerschiffe in der Simulation dürfen maximal 30.000 Jahre unterwegs sein, „Technologie“ überlebt in einem Sternsystem für 100 Millionen Jahre, bevor sie, beziehungsweise deren Träger „aussterben“.

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