Ein gnadenloser Hardliner regiert künftig den Iran


Ein ultrakonservativer Geistlicher wird Irans Präsident. Die Wahlbeteiligung ist so niedrig wie nie. Oppositionelle nennen den Sieger einen „Massenmörder“.

Thomas Seibert | DER TAGESSPIEGEL

Der ultrakonservative Kandidat Ebrahim Raisi hat wie erwartet die Präsidentschaftswahl im Iran gewonnen.Foto: imago/ZUMA Press

Beliebt ist Irans designierter Präsident Ebrahim Raisi bei vielen Landesleuten nicht – aber gefürchtet. Ende der 1980er Jahre sei Raisi als junger Jurist von einer Stadt in die andere geflogen und habe Hinrichtungen angeordnet, erzählen sich ältere Iraner nach Angaben des Iran-Experten Eskandar Sadeghi von der Londoner Goldsmith-Universität.

Die Exil-Oppositionsgruppe NCRI nennt Raisi einen „Massenmörder“, und Amnesty International fordert Ermittlungen gegen ihn wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die USA haben Raisi mit Sanktionen belegt. Doch Raisi, 60, dürfte sich davon nicht beeindrucken lassen.

Raisis Erfolg stand schon vor der Wahl vom Freitag fest, weil Revolutionsführer Ali Khamenei, der mächtigste Mann im Land, es so wollte. Nun bekommt Chamenei einen Präsidenten, der politisch vollkommen von ihm abhängig ist.

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