Valérie Bacot tötet Vergewaltiger: Hunderttausende Franzosen fordern Freispruch


Valérie Bacot wurde von ihrem Stiefvater und späteren Ehemann jahrelang vergewaltigt. Dann erschoss sie den Mann. Heute hat der Prozess gegen die Frau begonnen.

Berliner Zeitung

Valérie Bacot am Montag im Gerichtssaal im französischen Chalon-sur-Saône. afp/Jeff Pachoud

In Frankreich hat der Prozess gegen Valérie Bacot begonnen. Die 40-Jährige ist angeklagt, ihren Stiefvater, Vergewaltiger und zugleich Vater ihrer vier Kinder erschossen zu haben. Bacot hat die Tötung des Mannes nie bestritten. Es gilt als gerichtsfest bewiesen, dass der Mann Bacot bereits als Zwölfjährige vergewaltigte, sie später heiratete und vier Kinder durch weitere Vergewaltigungen gezeugt wurden. Zudem zwang der Mann sie zur Prostitution. Nachdem die Frau ihrem jahrelangen Martyrium durch die Tötung des Mannes ein Ende setzte, schrieb Valérie Bacot ein Buch mit dem Titel „Tout le monde savait“ (deutsch: Jeder wusste es). Darin heißt es: „Ich musste es tun.“ Am Montag begann nun er Prozess. 

Zum Prozessauftakt vor dem Schwurgericht von Chalon-sur-Saône in Ostfrankreich berichtete Bacot von der „extremen Hölle“, die sie seit ihrem zwölften Lebensjahr durchlitten hatte. Damals fing der Partner ihrer Mutter an, sie zu vergewaltigen. Auch nach einer Haftstrafe wegen des Missbrauchs machte Daniel Polette weiter. Mit 17 wurde Bacot von dem 25 Jahre älteren Mann erstmals schwanger und heiratete ihn, nachdem ihre Mutter sie aus dem Haus geworfen hatte. Heute hat sie von ihm vier Kinder.

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