Kanada: Zwei Kirchen in Ureinwohnergebiet niedergebrannt


In Kanada sind wenige Wochen nach dem Fund der sterblichen Überreste von 215 Kindern in einem früheren katholischen Internat für Ureinwohner-Kinder in der Nähe zwei katholische Kirchen niedergebrannt.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Das Foto zeigt das Gelände des Umerziehungslager Kamloops Indian Residential School. In der Nähe sind zwei Kirchen abgebrannt (Archivbild). (AFP / Cole Burston)

Die Polizei stufte die Umstände der Brände in Kamloops als „verdächtig“ ein. Beide Kirchen seien zwischen ein und drei Uhr morgens in Flammen aufgegangen. Ein Feuerwehrsprecher sagte dem Sender CBC, erste Erkenntnisse deuteten auf den Einsatz von flüssigem Brandbeschleuniger in mindestens einem der Fälle hin.

Vor wenigen Wochen waren auf dem Gelände eines früheren katholischen Kinderheims in Kamloops in der Provinz British Columbia die sterblichen Überreste von 215 Kindern entdeckt worden. Der Fund hatte landesweit für Erschütterung gesorgt. In Kanada waren ab 1874 rund 150.000 Kinder von Ureinwohnern und gemischten Paaren von ihren Familien und ihrer Kultur getrennt und in kirchliche Heime gesteckt worden. Die Kinder sollten damit zur Anpassung an die weiße Mehrheitsgesellschaft gezwungen werden. Viele von ihnen wurden in den Heimen misshandelt oder sexuell missbraucht. Nach bisherigen Angaben starben mindestens 3.200 dieser Kinder, die meisten an Tuberkulose.