Freie Sicht auf die Erde


Viele Exoplaneten verraten sich dadurch, dass sie direkt vor ihrer Sonne vorbeiziehen und sie so kurzzeitig abdunkeln. Zwei Astronominnen haben nun den Spieß umgedreht und untersucht, von welchen Sternen aus ein Transit der Erde über die Sonne sichtbar ist. Denn das wäre die wahrscheinlichste Methode, mit der außerirdische Beobachter unseren Planeten und seine Lebensspuren entdecken würden. Das Ergebnis: 1402 Sterne haben momentan eine freie Sicht auf den Erdtransit. 46 Sterne liegen uns dabei sogar so nahe, dass die Bewohner potenzieller Exoplaneten in diesen Systemen auch unsere seit rund 100 Jahren ins All hinausstrahlenden Radiowellen einfangen könnten.

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Erde, Sonne und Sterne mit freiem Blick auf den Erdtransit. (helle Punkte). (Bild: OpenSpace/ American Museum of Natural History)

Sind wir allein im Universum? Oder gibt es auch auf anderen Planeten Leben und vielleicht sogar außerirdische Zivilisationen? Noch können wir darüber nur spekulieren, denn weder Lebensspuren noch Signale von Bewohnern fremder Welten wurden bislang entdeckt. Immerhin haben Astronomen schon mehrere tausend extrasolare Planeten entdeckt und viele von ihnen kreisen in der habitablen Zone um ihren Stern. Aufgespürt werden die meisten dieser Planeten mit der Transitmethode: Teleskope detektieren das leichte Abdimmen des Sterns, das durch einen vor ihm vorüberziehenden Planeten verursacht wird. Für nahe Planeten können Wissenschaftler zudem mithilfe hochsensibler Spektroskope ermitteln, welche Zusammensetzung ihre Atmosphäre hat. Sie hinterlässt Linien im Lichtspektrum des Sterns, die für die Elemente und Moleküle spezifisch sind. Astronomen hoffen, mithilfe dieser Technik bald auch Spuren von Leben auf solchen Planeten zu finden.

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