Täter von Würzburg rief auch „Dschihad“

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In der Unterkunft des Somaliers fand die Polizei „Schriftmaterial mit Hassbotschaften“. Inwieweit sein Amoklauf islamistisch motiviert war, wird untersucht. Klar ist: Der 24-Jährige war seit Monaten auffällig – und wurde zwei Mal in psychiatrische Einrichtungen eingewiesen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Würzburger Innenstadt am Samstag nach der Tat Bild: dpa

Die Behörden haben am Samstagnachmittag den aktuellen Stand der Ermittlungen nach dem Messerangriff von Würzburg bekanntgegeben. Demnach geriet der mutmaßliche Täter, ein 24 Jahre alter Somalier, in den vergangenen Monaten mehrmals kurzzeitig in den Fokus der Justiz. Der Mann hält sich seit Mai 2015 legal in Deutschland auf. Als Asylbewerber genießt er subsidiären Schutz, kann also nicht abgeschoben werden. Er ist derzeit in einer Würzburger Obdachlosenunterkunft gemeldet und juristisch „nicht vorbelastet“, wie der Generalstaatsanwalt von Bamberg, Wolfgang Gründler, sagte. Dennoch habe es in diesem Jahr „einige Verhaltensauffälligkeiten“ gegeben.

Demnach griff der Somalier im Januar bei einem Streit in der Obdachlosenunterkunft zu einem Küchenmesser, das er aber nur in der Hand hielt. Er habe damals niemanden angegriffen, sagte Gründler. Dennoch sei der Mann vorübergehend in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen worden. Im März gingen die Behörden einem Hinweis eines weiteren Asylbewerbers aus dem Januar nach, wonach der Somalier schon 2015/16 am Telefon gesagt haben soll, dass er als Zwölfjähriger Straftaten begangen habe. Die Prüfung wurde jedoch eingestellt, da der Somalier zu dem Zeitpunkt strafunmündig war und sich keine weiteren Anhaltspunkte ergaben. Im Juni sei der Somalier abermals auffällig geworden, als er einen Verkehrsteilnehmer in Würzburg belästigte. Er wurde wieder in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, allerdings „wegen fehlenden Handlungsbedarfs“ nach einem Tag wieder entlassen.

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