So darf ein Kanzlerkandidat der Union nicht agieren


Wolkiges Wahlprogramm, Hauptsache nicht polarisieren – und das Aussitzen des Falls Maaßen. Will Armin Laschet so die Wahl gewinnen? Ein Kommentar.

Georg Ismar | DER TAGESSPIEGEL

Armin Laschet verfolgt eine Taktik, die man ihm nicht durchgehen lassen darf. Aussitzen, wegducken, um unangenehme Themen nicht zu groß machen. Sicher, es ist klug in Wahlkampfzeiten nicht über jedes Stöckchen zu springen.

Aber der Fall Hans-Georg Maaßen ist keine Lappalie. Hier geht es um eine Diskurs – und Grenzverschiebung.

Maaßen nutzt Methoden, die wir von der AfD kennen. Jüngstes Beispiel: Er rückt Tagesschau-Mitarbeiter in die Nähe von Linksextremisten, ohne Belege zu liefern. Er raunt von Gesinnungstests, die es brauche, da er eine linke Meinungsmanipulation der Öffentlichkeit wittert, finanziert vom Rundfunkbeitrag.

Dadurch werden gezielt Zweifel an der Unabhängigkeit des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks geschürt. Nach dem Motto: Wenn der frühere Präsident des Verfassungsschutzes so etwas sagt, muss was dran sein.

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