Invasiver Kugelfisch im Mittelmeer: Kopfgeld per Präsidialdekret


Tayyip Erdoğan hat es auf einen Fisch abgesehen, der sich vor den Küsten der Türkei bequem gemacht hat. Dabei ist das Tier eigentlich ganz schön.

Klaus Hillenbrand | taz

Ein Feind des türkischen Präsidenten: Der Hasenkopf-Kugelfisch Foto: imago

Eigentlich ist der Hasenkopf-Kugelfisch (Lagocephalus scleratus) eine recht hübsche Erscheinung. Das stachelige, silbern glänzende Tier weist eine Menge Punkte im oberen Bereich des Körpers auf und kann bis zu zehn Jahre alt und einem Meter lang werden. Aber wehe, das Tier fühlt sich bedroht: Dann schluckt der Fisch große Mengen Wasser und pumpt sich zur Kugel auf, erscheint damit viel größer als er ist, und verleidet Fressfeinden den Appetit.

Wird er dennoch verschluckt, erwartet den Esser eine böse Nachspeise: Das starkes Nervengift Tetrodotoxin, das der Kugelfisch enthält, lähmt die Nervensysteme und kann im schlimmsten Fall auch beim Menschen zum Tod führen. Fang und Verzehr von Kugelfischen sind in der Türkei, Griechenland und auf Zypern deshalb verboten. Nur in Japan beherrschen besonders ausgebildete Fugu-Köche die Kunst der Zubereitung von Kugelfischen, zudem enthalten die dort in Aquakulturen gezüchteten Tiere weniger Giftstoffe. Der Fisch gilt als sehr schmackhaft und nahezu grätenfrei.

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