Homophobie in Georgien: Hass im Namen Gottes


Nach der Absage einer Pride hetzt die orthodoxe Kirche wieder gegen sexuelle Minderheiten. Mehr denn je fürchten Queers dieser Tage um ihr Leben.

Sandro Gvindadze | taz

Hat Todesängste ausgestanden: die Queer-Aktivistin Ana Subeliani Foto: Facebook

Wie oft haben Sie schon der Liveübertragung einer Beerdigung beigewohnt? Am Dienstag dieser Woche strahlt der georgische Fernsehsender TV Priveli die Beisetzung seines Kameramannes Alexander Laschkarawa aus, der Tags zuvor tot in seinem Bett aufgefunden worden ist. Die Übertragung dauert mehrere Stunden, vor allem Me­di­en­ma­che­r*in­nen geben Laschkarawa das letzte Geleit.

Alles beginnt damit, dass sich am 5. Juli queere Menschen, die in Georgien leben, zu einem Marsch des Stolzes (Pride) versammeln. Die Kundgebung wird abgesagt – einige tausend Menschen sind der Meinung, dass die Versammlungsfreiheit von Queers georgischen Traditionen widerspricht. Den ganzen Tag über verwüsten sie Büroräume von Bür­ger­recht­le­r*in­nen und verprügeln 53 Journalist*innen.

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