Streit ums Great Barrier Reef


Australien will Herabstufung des Korallenriffs durch die Unesco verhindern – aber die eigene Politik nicht verändern.

Urs Wälterlin | taz

Wenn das Welterbekomitee der Unesco, das derzeit im chinesischen Fuzhou per Videokonferenz tagt, der Empfehlung seiner Experten folgt, könnte das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens am Freitag auf die sogenannte Rote Liste der gefährdeten Weltnaturerbestätten gesetzt werden. Die Folgen des Klimawandels hätten dort in den letzten Jahren zum Absterben von rund 50 Prozent der Korallen geführt, so ein Vorbericht. Der Zustand des Riffs müsse deshalb von „schlecht“ auf „sehr schlecht“ korrigiert werden.

Die Expertenkommission der Unesco hatte die Rückstufung im Juni empfohlen. Seither tobt zwischen der Sonderorganisation der Vereinten Nationen und der australischen Regierung ein Verbalkrieg. Die aus­tralische Umweltministerin Sussan Ley wirft der Körperschaft vor, Canberra nicht vorgängig über die Empfehlung der Kommission informiert zu haben. Der konservative Senator James Paterson sieht die Entscheidung als Rache Chinas, das in diesem Jahr dem Welterbekomitee vorsteht und mit dem sich Australien in einem Handelskonflikt befindet.

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