Türkei: Viele Moscheen, wenige Gläubige


Innerhalb weniger Jahre hat der türkische Präsident Erdogan mehrere Großmoscheen bauen lassen. Doch die Gotteshäuser bleiben oft weitgehend leer. Selbst Erdogan-Anhänger sagen: Wir brauchen nicht noch mehr Moscheen, sondern Arbeitsplätze.

Marion Sendker | Deutschlandfunk

Juli 2020: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beim ersten Gebet in der zur Moschee umgewandelten Hagia Sophia (imago-images)

Ein Gebet in der größten Moschee der Türkei: Camlica. Übersetzt bedeutet das so viel wie „Ort der Kiefern“. Die Moschee trägt den Namen des Istanbuler Stadtteils, in dem sie steht: Camlica, ein von vielen Kiefern und wenigen Menschen besiedeltes Viertel am Bosporus, auf der asiatischen Seite der Stadt.

Die „Erdogan-Moschee“

Seit 2019 gibt es die Camlica Moschee. Sie befindet sich auf dem höchsten Hügel Istanbuls und ist von da aus noch kilometerweit zu sehen. Den erhabenen Ort hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan selbst ausgesucht. Die Camlica-Moschee ist eines seiner Lieblingsprojekte. Schätzungsweise 70 Millionen Euro soll der Bau gekostet haben. Es gibt sechs Minarette, vier davon ragen mehr als 107 Meter in die Luft: So hoch wie nirgends sonst in der Welt.

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