Der „Wurstkrieg“ geht in die nächste Runde


Für den britischen Premier Johnson ist das Nordirland-Protokoll „untragbar“. Das macht er in einem Telefonat mit Kommissionschefin von der Leyen deutlich.

Albrecht Meier | DER TAGESSPIEGEL

Auf Konfliktkurs. Brexit-Minister David Frost (im Hintergrund) und der britische Regierungschef Boris Johnson.Foto: Leon Neal/AFP

Seit Anfang des Jahres hat Großbritannien die Zollunion mit der EU verlassen. Seither wird zunehmend deutlich: Der britische Premier Boris Johnson hat offenkundig nicht die Absicht, das so genannte Nordirland-Protokoll einzuhalten, dem er selbst noch 2019 bei den Brexit-Verhandlungen mit der EU zugestimmt hatte. Johnson telefonierte am Donnerstag mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und machte dabei nach den Angaben eines Regierungssprechers deutlich, dass die Regelungen des Nordirland-Protokolls „untragbar“ seien.

Damit ist eine neue Eskalationsstufe in der Auseinandersetzung zwischen der EU und Großbritannien um Nordirland erreicht, die von einigen britischen Medien als „Wurstkrieg“ bezeichnet wird. In Nordirland droht ein Importverbot für gefrorenes Fleisch aus England, Schottland und Wales, weil die Provinz nach den Brexit-Bestimmungen weiter den Regelungen des EU-Binnenmarktes unterliegt. Doch Johnson will inzwischen mit den Folgen des Brexit-Abkommens nichts mehr zu tun haben.

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