Rechtskatholisches Portal steht nach Spionage in der Kritik


Der Rücktritt des Generalsekretärs der US-Bischöfe wegen sexuellen Fehlverhaltens wandelt sich in eine Kontroverse über den Umgang in der Kirche. Die Methoden des Portals „The Pillar“ werden angeprangert. Die Rede ist von einem Kulturverfall.

Bernd Tenhage | katholisch.de

Es roch nach Skandal, als der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Jose Gomez, zu Wochenbeginn aus heiterem Himmel die Demission des erst vor acht Monaten gewählten Generalsekretärs verkündete. In dem Memorandum an „alle Bischöfe“ hieß es ominös, Jeffrey Burrill sei wegen der bevorstehenden Veröffentlichung eines Berichts über „mögliches Fehlverhalten“ aus dem Amt geschieden.

Der Erzbischof von Los Angeles fügte hinzu: „Was wir erfahren haben, beinhaltet keine Vorwürfe wegen Fehlverhaltens gegenüber Minderjährigen.“ Was das Online-Portal „The Pillar“ kurz darauf publizierte, bestätigte das. Basierend auf Informationen von Datenhändlern, die Nutzerdaten der Dating-App für Homosexuelle „Grindr“ verkauften, und Experten, die diese mit Signalen von Burrills Mobilfunkgeräten abglichen, kam „The Pillar“ (Der Pfeiler) zu dem Schluss, dass der Monsignore Schwulen-Bars und Privathaushalte besucht habe. Was dort im Einzelnen passiert ist, schreiben die Autoren nicht. Sie wissen es nicht.

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