Drosten: Ohne deutlich höhere Impfquote droht schwere Corona-Welle im Winter

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Im Interview warnt der Berliner Virologe Christian Drosten vor vermeintlicher Sicherheit wegen niedriger Inzidenzwerte.

Berliner Zeitung

Der Virologe Christian Drosten.  imago/photothek

Vielerorts in Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit niedrig, trotz teilweise steigender Tendenzen. Viele Menschen wiegen sich in falscher Sicherheit, glaubt der Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin. In einem schriftlich geführten Interview der Deutschen Presse-Agentur erklärte er: Um einer schweren Winterwelle vorzubeugen, brauche es eine deutlich höhere Impfquote.

Mit welchem Gefühl sehen Sie den derzeitigen Inzidenzanstieg in Deutschland?

Christian Drosten: Wie jeder Bürger erhoffe ich mir, dass es in diesem Jahr nicht zu einer Winterwelle mit vielen schweren Fällen kommt. Auch ich wünsche mir, dass nicht noch einmal Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens notwendig werden.

Ich bin aber zunehmend besorgt über den Impffortschritt. Hier kommen wir nicht schnell genug voran, obwohl genug Impfstoff zur Verfügung steht. Viele Menschen wähnen sich angesichts einer niedrigen Inzidenz in Deutschland in einem falschen Sicherheitsgefühl. Es ist wichtig, jetzt sehr viel mehr Informationsarbeit zu leisten – auch im privaten Umfeld, damit die Impfquote schneller ansteigt. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit von erneuten schmerzhaften Eingriffen im Winter.

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