Rechtes Attentat in Bologna: Ein später Fund


Beim Anschlag in Bologna 1980 starben 85 Menschen. Staatsanwaltschaft und Opferanwälte bringen nun den fünften mutmaßlichen Täter vor Gericht.

Michael Braun | taz

Blick in das Abteil eines Zuges nach dem Bombenanschlag am 2. August 1980 in Bologna Foto: Ansa/dpa/picture alliance

Es war kein guter Tag für Paolo Bellini. Als seine Ex-Frau Maurizia Bonini im Gerichtssaal die Filmaufnahme vom 2. August 1980 sah, erklärte sie ohne den Anflug eines Zweifels, „es ist Paolo, weil er da (neben dem Kinn) ein Grübchen hat“. Gefilmt worden war der heute 68-Jährige am Tatort des blutigsten Terroranschlags der italienischen Nachkriegsgeschichte, unmittelbar nach der Explosion jenes Sprengsatzes, der im Bahnhof von Bologna 85 Menschen in den Tod riss und über 200 teils schwer verletzte.

Auch sein damaliges Alibi nahm Maurizia Bonini auseinander. Sie hatte vor Jahren ausgesagt, Bellini sei an jenem 2. August morgens um neun zusammen mit ihr in Rimini gewesen; von dort hätten sie in den Urlaub aufbrechen wollen. Damit war ausgeschlossen, dass der seinerzeit in der gewaltbereiten neofaschistischen Gruppe Aktive zur Uhrzeit des Bombenanschlags, 10.26 Uhr, in Bologna sein konnte.

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