Delta-Variante: So groß ist das Ansteckungsrisiko im Freien


Auch nach Veranstaltungen an der frischen Luft sind Corona-Infektionen in hoher Zahl beobachtet worden. Wie Fachleute das einordnen.

Gisela Gross | Berliner Zeitung

Menschen treffen sich auf dem Tempelhofer Feld. Wie groß ist die Ansteckungsgefahr mit der Delta-Variante im Freien wirklich? dpa/Emmanuele Contini

Wieder auf Restaurantterrassen sitzen, mit der großen Freundesrunde im Park sitzen oder im Grünen zum Sport treffen: Draußen und im Sommer kann man sich kaum mit Corona anstecken, lautet ein vermutlich verbreiteter Glaubenssatz in der Pandemie. Die Maske oder der Abstand geraten da manchmal in Vergessenheit. Doch das kann sich rächen: Mit der mittlerweile auch in Deutschland vorherrschenden Delta-Variante könnte es je nach Situation eher passieren, dass das Virus auch im Freien überspringt. „Delta ist generell ansteckender – das gilt auch, wenn man an der frischen Luft ist“, sagte der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Ralf Bartenschlager, der Deutschen Presse-Agentur.

„Man konnte sich zwar auch mit früheren Varianten schon im Freien anstecken, allerdings steigt mit Delta die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert“, erklärte der Experte der Universität Heidelberg. Delta-Infizierte hätten im Vergleich zur Vorgängervariante Alpha (B.1.1.7) eine vermutlich um den Faktor fünf erhöhte Viruslast. „Je mehr Virus bei einem Infizierten vorhanden ist, desto größer das Übertragungsrisiko, auch im Freien.“ Ob es zu einer Ansteckung komme, hänge aber immer auch von vielen weiteren Faktoren ab – draußen zum Beispiel, wie eng man zusammensteht. „Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie schnell eine Infektion geschehen kann – das kann vielleicht eine Minute dauern oder auch eine Stunde.“

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