B16 distanziert sich von „Freiburger Rede“: „Ob es klug war, weiß ich nicht“


Benedikt XVI. hat sich von der Wortwahl seiner berühmten „Freiburger Rede“ distanziert, in der er eine „Entweltlichung“ der katholischen Kirche gefordert hatte. Zugleich ging er mit kirchlichen Amtsträgern ins Gericht.

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„Ob das Wort ‚Entweltlichung‘, das aus dem von Heidegger gebildeten Wortschatz stammt, in Freiburg als abschließendes Stichwort von mir klug gewählt war, weiß ich nicht“, schreibt der emeritierte papst in Antworten auf Fragen der „Herder Korrespondenz“, die die Zeitschrift in ihrer neuen Ausgabe veröffentlichen wird.

Das Positive nicht genug ausgedrückt

„Das Wort Entweltlichung deutet den negativen Teil der Bewegung an, um die es mir geht, nämlich das Heraustreten aus der Rede und den Sachzwängen einer Zeit ins Freie des Glaubens“, sagte er. Das Positive dieser von ihm geforderten Bewegung sei aber damit „nicht genügend ausgedrückt“.

In der Rede zum Abschluss seines Deutschland-Besuchs 2011 hatte Benedikt die „zunehmende Distanzierung beträchtlicher Teile der Getauften vom kirchlichen Leben“ festgestellt. Die Kirche müsse darum „immer wieder auf Distanz zu ihrer Umwelt gehen, sie hat sich gewissermaßen zu ‚ent-weltlichen'“. Und: „Um ihrem eigentlichen Auftrag zu genügen, muss die Kirche immer wieder die Anstrengung unternehmen, sich von der Weltlichkeit der Welt lösen“, sagte er damals.

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